Elisabeth Meyer-Renschhausen

Das, was bisher als informelle Selbsthilfeökonomie der Frauen verachtet wurde, die Subsistenz- und Small Scale-Landwirtschaft, kehrt in die Städte und die öffentliche Wahrnehmung zurück: Wilder Gemüseanbau auf Brachen, Guerilla Gardening, "Interkulturelle Gärten" von New York bis Berlin.

In New York City gibt es um die 800 so genannte "Community Gardens", die von Nachbarschafts-initiativen gemeinsam bewirtschaftet werden. Aus wilden Müllplätzen entstehen so grüne Oasen in den Steinwüsten der Großstädte. Es sind vor allem Frauen, die hier Gemüse und Blumen anbauen - aus Freude am gemeinsamen Tun und als Schritt zu einer "Ernährungs-Wende". Arbeitslose helfen sich auf diese Weise - auch durch den lokalen Gemüseverkauf, Nachbarn pflanzen für Suppenküchen. "Urban Agriculture" ist die neue soziale Tatsache des innerstädtischen Anbaus von Gemüse, als Selbsthilfe, als aktiver Beitrag zum Klimaschutz und als praktische Demonstration gegen die Monsantos auf dieser Welt.

Zusammen mit Kollegen und Studierenden gründete Elisabeth Meyer-Renschhausen die Arbeitsgruppe Kleinstlandwirtschaft und Gärten in Stadt und Land und organisierte mehrere Konferenzen zum Thema. Das führte sie später zu den "Community Gardeners" in New York City.

aktuelle Bücher

Urban Gardening in Berlin

Das Berlin so fantastisch begrünt ist, ist vor allem seinen Bürgern zu verdanken. Sie setzen sich ein für den Erhalt des wilden Grüns, zum Beispiel auf dem Gleisdreieck oder für die Erhaltung von Freiflächen und Brachen.Prominentes Beispiel: Das Tempelhofer Feld, das eine Rolle spielt für Klimaschutz, bessere Luft in der Innenstadt und zur Erholung. Seit der Jahrtausendwende wird zudem an allen Ecken und Enden der Stadt interkulturell gegärtnert. Heute überraschen die Berlinbesucher fast 100 Gemeinschaftsgärten. Zudem gibt es Kinderbauernhöfe, prachtvoll begrünte Innenhöfe, altgediente, tapfere „Gartenarbeitsschulen“ und last but not least die Kleingartenkolonien, von denen übrigens auch keine der anderen gleicht. In der einen prunken Rosen und Dahlien, anderswo wachsen Kunststücke und – ein wenig extralegale Geheimnisse. Ein wunderschönes Bilderbuch, erschienen im Be.bra Verlag, schildert wie die kleinen grünen Wunder entstanden sind und gibt auch an, wie man sie finden und im besten Falle erradeln kann....
Urban Gardening in Berlin, Be.bra Verlag, Februar 2016



Die Hauptstadtgärtner

Seit April 2011 sind die Gemeinschafts-Gärten auf dem ehemaligen Flugfeld Tempelhof eine Art neue Verheißung. Sie faszinieren die Besucher aus nah und fern. Die Gäste staunen über die kreativen Kistenbeet-Varianten im Hochbeete-Meer und wie gut Gemüse in Kisten wächst. Wissbegierig fragen sie die Gärtnerinnen und Gärtner aus: Wie funktioniert das hier? Aha, es geht um das "Zurückholen der Allmende"? Das vorliegende Buch erklärt die Idee des Gemeinschaftsgartens Allmende-Kontor und welche Gemüse in innerstädtischen Kastenbeeten gut zu kultirvieren sind...
Die Hauptstadtgärtner, Jaron Verlag, Februar 2015



Aufsätze und Publikationen

Kleingärten in Berlin, Gartenzwerge, Gartenstädte und andere Texte in: Berlin Gärtnert. Kübel, Beet und Samenbombe, hrsg. von Janna Kotte, Berlin: Terra Press 2012, 6-7, 9-12, 38-49, 50-65

Intercultural Gardens, Neighbourhood Gardens, Community Gardens in Berlin, in: Invisible Twinnings, by Gayle C. Kwan, Giulia Giannola and Franscesca M. Nemni, Berlin Haus der Kulturen der Welt, 2011

Von Pflanzerkolonien zum nomadisierenden Junggemüse, in: Christa Müller, Hrsg., Urban Gardening – Über die Rückkehr der Gärten in die Stadt, München: oekom 2011, 319-332

Gemeinschaftlich betriebene Gemüsegärten in Berlin, im Internet 2011 erschienen auf: offene-werkstätten.info/downloads

Common Ground or the Come-Back of the Commons
unveröffentlicht, deutsche Fassung in: Kommune-Forum 30. Jg. Heft 5 / 2012, 79-81

Bürbeteiligung am Beispiel des Berliner Gleisdreiecks
zur Zukunft Interkultureller Gärtenn und urban agriculture auf innerstädtischen Brachen

Urbanes Ackern - Die Rückkehr von Gemüseanbau und Selbstversorgung in den Städten,
in: Der Kritische Agrarbericht 2010, hrsg. vom Agrarbündnis e.V.,/ ABL Bauernblatt Verlags-GmbH, Konstanz/Hamm 2010, 285-289

Gärten in unseren Städten. Interkulturelle Gärten in peripheren Regionen Ost- und Nordwestdeutschlands,
in: Zeit-Fragen, 17. Jahrgang Nr. 3, 19. Januar 2009, S.4-6

Community Gardening,
auf: www.planet-diversity.org, Nr.12, 2008, Bd. 2, S. 1219-1235

Kunstradeln mit Guerilla Gardening - zwei Outdoortage in Münster,
in: CONTRASTE Nr. 276, September 2007

The New York Community Gardens, Paper presented at the American Community Gardening Association Conference,
August 11th, 2006, Los Angeles, C.A.

Kürbisse von der Lower East Side - zur sozialökonomischen Relevanz der Community Gardens in New York City,
in: Stiftung Interkultur. Skripte zu Integration und Nachhaltigkeit, 2005

Bücher

Unter dem Müll der Acker - Community Gardens in New York City,
Königstein im Taunus, Ulrike Helmer Verlag, 2004 --- Rezensionen

Die Gärten der Frauen - Zur sozialen Bedeutung von Kleinlandwirtschaft und Stadt und weltweit,
Hrsg. zusammen mit Renate Müller und Petra Becker, Herbolzheim, 2002

Die Wiederkehr der Gärten - Kleinlandwirtschaft im Zeitalter der Globalisierung,
Hrsg. zusammen mit Anne Holl, Innsbruck, 2000

Welternährung durch ökolandbau?,
Hrsg.zusammen mit Julia Kemna und Renate Müller, Berlin, Humboldt-Universität, 2002

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